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  5. Ostbauversuchsring: Obstbau-Fachmesse im Alten Land beginnt

OstbauversuchsringObstbau-Fachmesse im Alten Land beginnt

Das Alte Land bei Hamburg ist ein wichtiges Apfelanbaugebiet. Am Dienstag beginnt dort in Jork eine Fachmesse - zu der auch Agrarminister Özdemir erwartet wird.

Von dpa 13.02.2024, 06:35
Äpfel der Sorte Wellant liegen in einer Kiste.
Äpfel der Sorte Wellant liegen in einer Kiste. Roland Weihrauch/dpa/Symbolbild

Jork - Eine mehrtägige Fachmesse zum Obstbau beginnt am Dienstag (15.00 Uhr) in Jork bei Hamburg. Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte wird bei den norddeutschen Obstbautagen am Mittwoch erwartet, Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (beide Grüne) am Donnerstag. Die Veranstalter erwarten rund 200 Aussteller. Themen auf der Messe sind unter anderem Pflanzenschutztechnik sowie Digitalisierung.

Hauptveranstalter der Exposition ist der Obstbauversuchsring des Alten Landes, ein Beratungsverein. Das Landvolk Niedersachsen ist ebenfalls an der Organisation der Messe beteiligt.

Birnen und Apfel Wellant im Trend

Zur Marktentwicklung sagte der stellvertretende Leiter des Obstbauzentrums in Jork, Matthias Görgens, es gebe einen Trend zur Birne. Es sei zu beobachten, dass der Handel mehr und mehr Birnen nachfrage. Zudem führe der Klimawandel dazu, dass Birnen im Alten Land besser wachsen. Sie seien wärmeliebender als Äpfel.

Im Alten Land werden traditionell Äpfel angebaut. Görgens zufolge werden etwa 90 Prozent der Fläche für Äpfel genutzt. Auf den restlichen Flächen pflanzten Bauern außer Birnen vor allem Kirschen, Pflaumen und Zwetschen an.

Das Alte Land und die Bodensee-Region sind die bedeutendsten Apfelanbaugebiete in Deutschland. Die wichtigste Sorte im Alten Land ist nach Einschätzung Görgens weiterhin Elstar. Die Jonagold-Gruppe verzeichne Nachfragerückgänge. Dafür kauften Verbraucher mehr und mehr den „Newcomer“ Wellant.

Kritik an Apfel-Importen

Der Leiter der Fachgruppe Obstbau beim Landvolk, Claus Schliecker, begrüßte die geplanten Besuche von Staudte und Özdemir. Die rund 500 Betriebe im Alten Land produzierten nach hohen Umwelt- und Sozialstandards. Äpfel aus dem Ausland würden zu „Dumpingpreisen“ angeboten. Es sei nicht möglich, dagegen zu konkurrieren. Die Politik müsse sicherstellen, dass die Bauern aus dem Alten Land wieder wettbewerbsfähig werden. Zeitliche Importbeschränkungen für günstige Äpfel aus dem Ausland seien eine Möglichkeit.

Mit Blick auf die Bauernproteste gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung sprach sich Schliecker für Mäßigung aus. „Gülle und Misthaufen gehören nicht auf Marktplätze, sondern auf das Feld.“