Festnahme Islamistisch motivierten Anschlag geplant? 21-Jähriger in Magdeburg in Gewahrsam
Nachdem er von Anschlagsplänen gesprochen hat, ist ein 21-Jähriger in Magdeburg in Gewahrsam genommen worden. Wie es für den Mann nun weitergehen soll.

Magdeburg - Nach der Äußerung von Anschlagsplänen ist ein 21-Jähriger in Magdeburg am vergangenen Freitag in Gewahrsam genommen worden. Den Plänen könnte eine islamistische Motivation zugrunde liegen, wie eine Sprecherin des Innenministeriums in Sachsen-Anhalt auf Nachfrage bestätigte.
Durch die Ingewahrsamnahme sollte demnach ein möglicher Anschlag auf größere Menschenmengen verhindert werden. Details zu den Hintergründen und dazu, wie konkret die Äußerungen des Mannes gewesen sind, gab es am Montagabend zunächst nicht. Auch über einen möglichen Anschlagsort wurde zunächst nichts bekannt.
Sachsen-Anhalts Innenministerium bereitet Abschiebung vor
Der 21-Jährige befindet sich der Sprecherin zufolge weiterhin in Gewahrsam. Der junge Mann, der in der Ausbildung war, soll sich nach dpa-Informationen in einer Art und Weise geäußert haben, die auf die Absicht, einen Anschlag zu begehen, hindeuten.
Das Innenministerium in Magdeburg teilte auf Anfrage mit, es bereite aktuell eine Abschiebung auf Grund einer „auf Tatsachen gestützten Prognose zur Abwehr einer besonderen Gefahr für die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland oder einer terroristischen Gefahr“ vor. Der 21-Jährige werde zur Vorbereitung der Abschiebungsanordnung in sogenannte Vorbereitungshaft genommen.
Anschlag in Magdeburg mit sechs Todesopfern vor einem Jahr
Die Festnahme erfolgte knapp ein Jahr nach dem Anschlag auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt. Ein 51-Jähriger aus Saudi-Arabien war mit einem Mietwagen durch die Menschenmenge auf dem Weihnachtsmarkt gefahren. Ein neunjähriger Junge sowie fünf Frauen im Alter von 45 bis 75 Jahren kamen ums Leben.
Mehr als 300 weitere Menschen wurden verletzt. Der Mann steht derzeit in Magdeburg vor Gericht. Dem Arzt werden mehrfacher Mord und versuchter Mord vorgeworfen. Außerdem legt die Generalstaatsanwaltschaft dem Mann gefährliche Körperverletzung zur Last.