Anschlag auf Weihnachtsmarkt Prozess gegen Magdeburger Todesfahrer: So lange wird Verfahren voraussichtlich dauern
In einem eigens für den Prozess errichteten Gebäude soll in den nächsten Monaten gegen den Todesfahrer vom Magdeburger Weihnachtsmarkt verhandelt werden – teils mehrfach in der Woche. Für Sachsen-Anhalt ist der Fall einer der größten seit vielen Jahren.

Magdeburg. – Der Prozess gegen den Todesfahrer vom Magdeburger Weihnachtsmarkt wird voraussichtlich mehrere Monate dauern. Ab dem 10. November wurden bis Mitte März mehr 40 Verhandlungstage angesetzt, wie das Landgericht Magdeburg mitteilte.
Vergangenes Jahr am 20. Dezember war Taleb A. mit einem Auto über den Magdeburger Weihnachtsmarkt gerast. Er soll sechs Menschen getötet und mehr als 300 zum Teil schwer verletzt haben. Ein neunjähriger Junge sowie fünf Frauen im Alter von 45 bis 75 Jahren kamen ums Leben.
Prozess gegen Todesfahrer von Magdeburg: Mehr als 100 Nebenkläger
Der Fall soll öffentlich vor der Ersten großen Strafkammer des Schwurgerichts verhandelt werden. Damit die derzeit mehr als 100 Nebenkläger Platz finden, wurde für den Prozess ein eigenes Gebäude gebaut. Nach Angaben des sachsen-anhaltischen Justizministeriums ist es eines der größten Strafverfahren in der Nachkriegsgeschichte.
Das Gericht rechnet an den ersten Prozesstagen mit großem Andrang. Im Laufe des Prozesses können weitere Verhandlungstage hinzukommen.
Die Dimensionen des zusätzlichen Gerichtsgebäudes sind enorm: Allein der Verhandlungssaal ist 65 Meter lang und 30 Meter breit, er bietet etwa 450 Nebenklägern und ihren Rechtsbeiständen Platz. Rund 200 Besucher und Medienvertreter können den Prozess verfolgen.