Insolvenz angemeldet Keine finanziellen Mittel mehr: Domo stellt Produktion in Leuna ein
Während der Weihnachtstage hatten drei Tochtergesellschaften des Chemieunternehmens Domo Insolvenz angemeldet. Nun ist klar: In Leuna und einem weiteren Standort kann es vorerst nicht weitergehen.

Leuna/Premnitz. – Das belgische Chemieunternehmen Domo Chemicals stellt an seinen drei deutschen Standorten den Betrieb ein.
Die Produktion in Sachsen-Anhalt und Brandenburg werde ab sofort gestoppt und in einen Notbetrieb versetzt, teilte ein Sprecher der Insolvenzverwaltung Flöther & Wissing mit.
Meiste Domo-Mitarbeiter in Leuna beschäftigt
Grund für diese Entscheidung sei, dass die Verhandlungen mit den Gläubigern um ein kurzfristiges sogenanntes Massedarlehen gescheitert sind, hieß es. Es sei nicht völlig ausgeschlossen, dass der Betrieb irgendwann wieder hochgefahren werden kann, sagte der Sprecher.
Die drei Tochtergesellschaften des Konzerns hatten Ende des vergangenen Jahres Insolvenz angemeldet. Die Aussicht auf "eine dringend benötigte Zwischenfinanzierung hat sich zerschlagen", sagte Insolvenzverwalter Lucas Flöther.
Die über 500 Beschäftigen sowie die zuständigen Behörden seien über die gescheiterten Finanzierungsgespräche informiert worden, erklärte er.
Domo-Insolvenz könnte weitreichende Auswirkung haben
Andere Unternehmen der Domo-Gruppe sind nicht betroffen. Die meisten Domo-Mitarbeitenden sind in Leuna beschäftigt, bei der Domo Chemicals GmbH sind es rund 35, bei der Domo Caproleuna GmbH etwa 480. In Premnitz hat die Domo Engineering Plastics GmbH rund 70 Mitarbeiter. Die drei Unternehmen gehören zu Domo Chemicals, einer Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Gent (Belgien).
Die Insolvenz der drei Tochtergesellschaften könnte auch Auswirkungen auf andere Firmen in der Region haben, etwa solche, die Stoffe an Domo liefern. In Leuna und Premnitz wurde vor allem Kunststoff produziert, der unter anderem in der Automobilindustrie sowie in der Elektro- und Elektronikbranche weiterverarbeitet wird.
Die Anlagen an den zwei Standorten sollen nun sicher heruntergefahren werden, sagte Flöther. Ob sie ohne Schäden wieder angefahren und weiter genutzt werden können, "ist die große Frage". "Für die Anlagen und den Chemiestandort, aber auch für die Gläubiger wäre das jedenfalls eine Katastrophe", so der Insolvenzverwalter.