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WissenschaftNiedersachsen baut Forschungszusammenarbeit mit Israel aus

In Israel werden Wissenschaftler wegen des Terrors der Hamas zum Militärdienst einberufen, Einrichtungen arbeiten unter erschwerten Bedingungen. Nun baut Niedersachsen die Zusammenarbeit aus.

Von dpa Aktualisiert: 12.02.2024, 12:34
Falko Mohrs (SPD), Kulturminister von Niedersachsen, spricht.
Falko Mohrs (SPD), Kulturminister von Niedersachsen, spricht. Julian Stratenschulte/dpa

Hannover - Im Zuge des Massakers der Hamas am 7. Oktober sollen gemeinsame Forschungsprojekte von Niedersachsen und Israel ausgeweitet werden. Die aktuelle Ausschreibung des Programms „Forschungskooperation Niedersachsen - Israel“ sieht längere Laufzeiten und höhere Fördermittel vor, wie das niedersächsische Wissenschaftsministerium am Montag mitteilte. Laut Ausschreibung steige die Dauer der Förderung von drei auf vier Jahre sowie die Summe von 300.000 Euro auf 500.000 Euro pro Forschungsprojekt.

Niedersachsen stehe fest an der Seite seiner israelischen Partnerinnen und Partner und baue die seit 47 Jahren bestehende Forschungszusammenarbeit aus, sagte Wissenschaftsminister Falko Mohrs (SPD): „In dieser schwierigen Zeit für Israel und das israelische Volk wollen wir einen Beitrag leisten und die Forschenden in Israel weiter unterstützen - grundsätzlich sowie ganz individuell.“ Es werde sichergestellt, dass laufende Projekte fortgesetzt und abgeschlossen werden könnten. „Dem Terror müssen wir auch im akademischen Leben entschlossen entgegentreten“, sagte Mohrs.

Dem Ministerium zufolge habe der Terror der Hamas seit den Angriffen vom 7. Oktober nicht nur unbeschreibliche Grausamkeiten über Tausende Menschen gebracht, auch die Wissenschaft in Israel leide unter den Folgen. Demnach wurden viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zum Militärdienst einberufen und Forschungseinrichtungen setzten ihre Arbeit unter erschwerten Bedingungen fort.

Das Programm „Forschungskooperation Niedersachsen - Israel“ wird den Angaben nach vom Ministerium für Wissenschaft und Kultur und der VolkswagenStiftung getragen. Das Programm adressiere im jährlichen Wechsel verschiedene Fächergruppen, die aktuelle Ausschreibung richte sich an Forschende aus den Geistes- und Sozialwissenschaften. Demnach werden Forschungsprojekte gefördert, die von Wissenschaftlern niedersächsischer und israelischer Hochschulen und Forschungseinrichtungen gemeinsam durchgeführt werden. Für bereits laufende Projekte könnten Akademiker zudem Sonderanträge für mehr Gelder sowie eine Verlängerung der Förderdauer stellen.

Bei dem Terrorangriff auf Israel am 7. Oktober wurden etwa 1200 Menschen getötet. Rund 250 wurden von Extremisten in den Gazastreifen verschleppt. Mehr als 100 von ihnen kamen im Rahmen einer Feuerpause im November im Austausch gegen 240 in Israel inhaftierte Palästinenser frei. In der Gewalt der Hamas sollen sich nach israelischen Angaben noch mehr als 130 Geiseln befinden, von denen etwa 30 nicht mehr am Leben sein sollen.