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LKA hat Überblick verloren Auch drei Granatwerfer weg: Mehr Waffen als bisher bekannt verschwunden

Dem Landeskriminalamt ist der genaue Überblick über Waffen und Munition in einer Sammlung verloren gegangen. Prüfer des Landesrechnungshofs haben jetzt genau nachgesehen und ihre Prüfergebnisse vorgestellt.

Von DUR Aktualisiert: 21.03.2025, 12:16
Der Landesrechnungshofpräsident von Sachsen-Anhalt, Kay Barthel, stellt die Prüfergebnisse vor. 
Der Landesrechnungshofpräsident von Sachsen-Anhalt, Kay Barthel, stellt die Prüfergebnisse vor.  Archivbild: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Magdeburg. - Aus der Vergleichswaffensammlung des Landeskriminalamts Sachsen-Anhalt sind mehr Waffen verschwunden als bekannt - unter anderem drei Granatwerfer. Im LKA fehlten mindestens 52 Waffen beziehungsweise gefährliche Gegenstände, darunter auch acht scharfe Waffen, teilte der Landesrechnungshof in Magdeburg mit. 

Die Prüfer ermittelten, dass 40 der fehlenden Waffen an die Fachhochschule Polizei in Aschersleben verliehen waren und dort verschwunden sind. Zwölf Waffen kamen im LKA direkt abhanden.

Besorgniserregend: Niemand weiß, wohin sie verschwunden sind

„Niemand kann sagen, wohin die verschwunden sind“, sagte Rechnungshof-Präsident Kay Barthel. Das sei besorgniserregend. 

Die Vergleichswaffensammlung werde von fünf hoch qualifizierten Polizeibeamten betrieben, so Barthel. Es müsse darüber nachgedacht werden, ob das ausreichend Personal sei. „Ansonsten bauen wir die nächste Bugwelle auf.“ Mängel in der Organisation dürften nicht zu Sicherheitsrisiken führen. 

Hunderte Waffen unerlaubterweise verliehen

Außerdem sind unerlaubterweise Hunderte Waffen aus der Vergleichswaffensammlung an andere Behörden, - teils aus anderen Bundesländern - ausgeliehen worden, so der Rechnungshof. Das sei nachvollziehbar zu Lehr- und Anschauungszwecken geschehen, aber grundsätzlich nicht vorgesehen.