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Umbau abgeschlossen Nach zwei Pleiten: Forschungszentrum Cochstedt jetzt deutscher Drohnen-Hotspot

Das Drohnenzentrum in Cochstedt gilt als Vorreiter für die Integration ziviler Drohnen in den Luftraum. Welche Projekte dort aktuell laufen und welche Bedeutung der Standort hat.

Von DUR Aktualisiert: 10.12.2025, 11:37
Am nationalen Drohnenerforschungszentrum Cochstedt wird unter anderem an der Abwehr von Drohnen geforscht.
Am nationalen Drohnenerforschungszentrum Cochstedt wird unter anderem an der Abwehr von Drohnen geforscht. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Cochstedt. – Neue Testmöglichkeiten für Drohnen: Der Umbau des nationalen Forschungszentrums für unbemannte Luftfahrzeuge in Cochstedt (Salzlandkreis) ist abgeschlossen.

Durch eine neu eingerichtete Geozone seien die Testmöglichkeiten noch einmal beschleunigt worden, teilte das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt mit.

Cochstedt: Thema Drohnenabwehr soll erforscht werden

Damit können nun unter anderem auch Drohnentestflüge mit Geräten, die schwerer als 25 Kilogramm sind, durchgeführt werden, ohne die sonst aufwendigen und langwierigen Einzelgenehmigungen.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU): Cochstedt bringt Innovationsstandort Sachsen-Anhalt voran.
Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU): Cochstedt bringt Innovationsstandort Sachsen-Anhalt voran.
Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Neben der Erprobung etwa von Drohnen im Bereich des Transports wird auch das Thema Drohnenabwehr an dem Standort im Salzlandkreis intensiver erforscht. 

Es sei notwendig, die Erprobung in Zukunft noch stärker auf innovative Lösungen zur Drohnenabwehr auszurichten, sagte Sachsen-Anhalts Forschungsminister Armin Willingmann (SPD).

Drohnen könnten nicht mehr nur für Freizeit oder Fotografie genutzt werden, sondern zunehmend auch für Spionage, Sabotage oder Provokation. Hier dürfe man nicht tatenlos zusehen, sondern müsse die Drohnenabwehr konsequent stärken.

Wie hat sich der Flughafen Cochstedt entwickelt?

Der Flughafen hat eine wechselvolle Geschichte: Ursprünglich war er ein Militärflugplatz der sowjetischen Streitkräfte. Nach der Wende wurde er für Millionensummen zu einem Verkehrsflughafen ausgebaut, der jedoch wirtschaftlich nicht erfolgreich war.

Nach zwei Insolvenzen übernahm das DLR den Flughafen und entwickelte ihn zum Nationalen Erprobungszentrum für unbemannte Luftfahrtsysteme. Mittlerweile wurden rund 20 Millionen Euro in das Zentrum vom DLR investiert. 

Welche Forschung findet am Erprobungszentrum statt?

In Cochstedt wird zu zahlreichen Themenschwerpunkten geforscht. Es geht unter anderem darum, wie Drohnen in den regulären Luftraum integriert werden können, wie sie autonom miteinander interagieren können, wie Drohnen im städtischen Raum auch als Lufttaxis eingesetzt werden können und auch wie unerlaubt fliegende Drohnen gestört und abgewehrt werden können.

Mit verschiedenen Systemen wird in Cochstedt an der Drohnenabwehr geforscht. 
Mit verschiedenen Systemen wird in Cochstedt an der Drohnenabwehr geforscht. 
Archivbild: Jan Woitas/dpa

Erst vor wenigen Wochen testeten laut DLR verschiedene Bundesbehörden Techniken der Drohnenabwehr am Standort. 

Welche Bedeutung hat Zentrum für Drohnentechnologie in Deutschland? 

Die Vorstandsvorsitzende des DLR, Anke Kaysser-Pyzalla, bezeichnete das Erprobungszentrum als "Meilenstein für das Ökosystem Drohnenforschung". Vor allem, was die Integration von zivilen Drohnen in den Luftraum auch von Städten betrifft, gibt es in Europa nur wenige andere Forschungseinrichtungen ähnlicher Art.

Nach Angaben des Bundesinnenministeriums ist in den vergangenen Wochen eine größere Testkampagne am Standort Cochstedt durchgeführt worden. Rund 100 Polizeibeamte hätten dabei etwa 50 verschiedene Systeme getestet. Dabei sei es unter anderem darum gegangen, Prozesse etwa bei Drohnensichtungen an Flughäfen zu verbessern.