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Krankenhaussterben in Sachsen-Anhalt "Massive Lücke in medizinischer Grundversorgung": Helios-Klinik Zerbst schließt

Das Helios-Klinikum in Zerbst schließt zum Jahresende. Ab Dezember fallen Betten weg, aber das ambulante Zentrum soll wachsen. So ist der Stand der Dinge.

Von DUR Aktualisiert: 14.10.2025, 12:27
Das Helios-Klinikum in Zerbst stellt den stationären Betrieb zum Jahresende ein. 270 Beschäftigte bangen um ihre Jobs.
Das Helios-Klinikum in Zerbst stellt den stationären Betrieb zum Jahresende ein. 270 Beschäftigte bangen um ihre Jobs. Archivbild: Peter Gercke/dpa-Zentralbild/dpa

Zerbst/Magdeburg. – Das Helios-Klinikum in Zerbst soll zum Ende des Jahres in seiner bisherigen Form geschlossen werden. Der stationäre Betrieb werde am 19. Dezember voraussichtlich eingestellt, teilte das Unternehmen mit.

Die rund 270 Beschäftigten sind laut Unternehmen am Montag informiert worden. Mit allen Betroffenen werde über Beschäftigungsmöglichkeiten an anderen Helios-Standorten gesprochen.

Helios-Klinikum in Zerbst bald dicht: Das ist geplant

Für die rettungsdienstliche Notfallversorgung müssen Betroffene ab Dezember entsprechend an umliegende Krankenhäuser verteilt werden, sagte eine Sprecherin des Unternehmens.

Vorausgegangen war ein Gespräch zwischen der Geschäftsführung, dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld und dem Gesundheitsministerium am Montagnachmittag. Demnach sei "ein Austausch zwischen dem Träger des Krankenhauses und dem Landkreis" vereinbart worden, um die Optionen zu diskutieren.

Geplant sei, das ambulante Versorgungszentrum an der Klinik zu erhalten und zu erweitern, teilte das Unternehmen weiter mit. So sollen werktags die Fachbereiche Gynäkologie, Orthopädie, Chirurgie, Gastroenterologie und Radiologie erhalten bleiben.

Geprüft werde außerdem, ob die hausärztliche Versorgung am Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) erweitert und die Öffnungszeiten verbessert werden können.

Linke kritisieren Schließung der Helios-Klinik Zerbst

Gemeinsames Ziel sei es, die Versorgungsstrukturen sicherzustellen, sagte Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD). Andy Grabner, Landrat des Landkreises Anhalt-Bitterfeld, forderte eine "tragfähige Lösung unter Einbindung aller Beteiligten". 

Kritik an den Plänen kommt von der Linken im Landtag: "Mit der Schließung droht eine massive Lücke in der medizinischen Grundversorgung im Raum Zerbst", sagte Nicole Anger von der Linken-Fraktion. Patienten müssten künftig längere Wege in Kauf nehmen. 

Auch die Gewerkschaft Verdi kritisiert die Pläne: Die Schließung habe sich lange angedeutet. Die Gewerkschaft sei in die Pläne nicht eingeweiht worden.